Akupunktur: die geheime Macht der Nadelstiche.

Akupunktur: die geheime Macht der Nadelstiche.

Traditionelle und medizinische Akupunktur.

Sprechen Patienten nicht auf konventionelle medizinische Behandlungen an oder sind alle gängigen Optionen der Schulmedizin erschöpft, kann ein Blick auf alternative Methoden helfen…

Über das Pro und Contra der Akupunktur (aus dem Lateinischen: acus= nadel, punctio= das Stechen) wird seit der (Wieder-)entdeckung dieser uralten Methode der Heilkunst diskutiert. Jedoch ist ihre positive Wirkung, zum Beispiel bei Schmerzpatienten, auch in wissenschaftlichen Kreisen anerkannt. Selbst viele eingefleischte Schulmediziner, die alternativen Heilmethoden sonst eher skeptisch gegenüber stehen, attestieren der Nadeltherapie Heilwirkung. Nachgewiesen wurde diese 2002 in der GERAC-Studie, der mit 250.000 Personen weltweit größten Untersuchung zu diesem Thema.

Die Ärztin Elaine Theaker, heute medizinische Leiterin des Hospital Parque Fuerteventura in Corralejo, war enorm frustriert, wenn ihre Patienten nicht auf konventionelle medizinische Behandlungen ansprachen und keine weitere Option mehr blieb. Deshalb schaute sie sich nach alternativen Behandlungsmethoden um und fand einen Kurs für medizinische Akupunktur der British Medical Acupuncture Society.

Die Verfahren der medizinischen und der traditionellen Akupunktur sind sich sowohl in der Methode als auch in der Wahl der Punkte sehr ähnlich. Jedoch unterscheiden sie sich in der Herangehensweise an den Patienten. Die traditionelle Akupunktur betrachtet den Menschen als Ganzes. Sie berücksichtigt die dynamischen Prozesse im Körper, zu denen physische, psychische und soziale Aspekte gehören. In diese Therapie ist jeder Patient einzigartig, seine Behandlung individuell und auf den Grad seines Wohlbefindens ausgerichtet.
Die medizinische Akupunktur hingegen nutzt biomedizinische Diagnosen. Sie richtet sich direkt, wie die Schulmedizin, auf den Bereich, der die Probleme verursacht.
Eingesetzt wird sie vor allem bei akuten und chronischen Beschwerden wie Kopf-, Rücken- oder Nackenschmerzen. Auch hilft sie Patienten, die Medikamente entweder nicht vertragen oder nicht darauf ansprechen und wirkt bei Ekzemen, Ulcera, Reizdarm oder Regelschmerzen. „Wichtig ist, dass vor Beginn einer Akupunkturtherapie andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, die eine medizinische Versorgung erfordern. Erst dann funktioniert sie als Heilmethode und überdeckt keine Symptome eines tieferen und gefährlicheren Problems.“, so Dr. Theaker.

Die Wirkung der medizinischen Akupunktur erklärt sie mit Hilfe der Neurophysiologie. „Ihr Effekt beruht auf der Stimulation des äußeren Nervensystems, was die Arbeitsweise des zentralen Nervensystems ändert. Daraus resultiert ihre lokale Wirkung auf bestimmte Bereiche – je nach dem, um welches Rückenmarkssegment es sich handelt – und auf das Allgemeinbefinden. Die Effekte lassen sich unterteilen in betäubend (schmerzstillend) und nicht-betäubend. Hierzu zählen Wundheilung, Heilen von Übelkeit, Suchtbehandlung, Regulierung des vegetativen Nervensystems und des Immunsystems.“

Auf die Frage, warum verschiedene Studien auch der sogenannten ‚Placebo‘-Akupunktur Erfolge bescheinigen, meint Dr. Theaker: „Nun, nach meinem Verständnis ist es bei der traditionellen Akupunktur wichtig, die Nadel auf einem festgelegten Punkt der Meridiane zu platzieren. Die Neurophysiologie erklärt den Erfolg der medizinischen Akupunktur durch den Stich der Nadel in das Bindegewebe. Das heißt, auch mit der „Pseudo“-Akupunktur, bei der willkürlich Punkte auf der dazugehörigen Nervenebene gewählt werden, erzielt man Resultate.“.
Da ihre Akupunktur-Behandlung bereits vielen Patienten geholfen hat, wirken wohl beide Methoden.

(Hrsg. aus einem Artikel von Heike Bludau)

Michel Robeers

 

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